Wie läuft eine Kontopfändung ab?

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bei einer Kontopfändung kann ein Freibetrag auf dem betroffenen Konto gesichert werden. Dafür muss das Konto in ein P-Konto umgewandelt werden.
  • Eine Erhöhung des Freibetrags ist jederzeit möglich. Falls Sie unterhaltspflichtig sind oder Kindergeld beziehen, lassen Sie die Bescheinigung für die Freibetragserhöhung (nach §850k Abs. 5 ZPO über die gemäß §850k Abs. 2 ZPO) bei den zuständigen Ämtern bestätigen.
  • Die Kontopfändung endet, wenn alle offenen Forderungen durch den betroffenen Schuldner beglichen wurden. Dauer der Pfändung ist abhängig von Höhe der Schulden und Höhe der monatlichen Geldeingänge.

Hier finden Sie Antworten auf folgende Fragen:

Im Falle einer Kontopfändung fehlen betroffenen Verbrauchern oftmals relevante Informationen, um die vorliegende Situation bewältigen zu können. Wir unterstützen Betroffene, indem wir rund um das Thema Kontopfändung informieren und keinerlei Fragen offenlassen.

Was genau ist eine Kontopfändung?

Die Kontopfändung ist ein Mittel der Zwangsvollstreckung durch einen rechtlich erwirkten Beschluss. Ziel der Kontopfändung ist das Begleichen offener Schulden, die nach mehrmaliger Zahlungserinnerung und Mahnung nicht bezahlt wurden. Dabei wird der offene Betrag vom Konto des Schuldners an den Gläubiger überwiesen.

Der Pfändungsbeschluss muss Betroffenen ordnungsgemäß zugestellt werden und tritt binnen vier Wochen in Kraft. Nach Ablauf dieser Frist werden die offenen Forderungen vom Konto des Schuldners eingezogen. Innerhalb der vier Wochen ist es dem Schuldner weder möglich, Überweisungen zu tätigen, noch Geld abzuheben.

Welchen Schutz vor Kontopfändung gibt es?

Im Falle einer Kontopfändung wird kein automatischer Schutz des Existenzminimums gewährleistet. Um ein Konto pfändungssicher zu machen, muss das Konto innerhalb der vierwöchigen Frist in ein P-Konto umgewandelt werden. Danach ist ein monatlicher Freibetrag von 1.178,59€ gesichert, um die Existenz des betroffenen Schuldners zu sichern. Über den Freibetrag kann frei verfügt werden. Dieser Freibetrag kann in bestimmten Fällen durch Bescheinigungen der zuständigen Ämter angehoben werden.

Welche zusätzlichen Freibeträge gibt es?

Genau wie beim Pfändungsschutz, muss bei einer Freibetragserhöhung des gepfändeten Kontos, selbstständig gehandelt werden. Folgende zusätzliche Freibeträge können beantragt werden:

  • Freibetrag für Ehegatten
  • Freibetrag für Kinder
  • Freibetrag für Sozialleistungen im Rahmen einer Bedarfsgemeinschaft, wenn keine Verwandschaft vorliegt. Dies kann zum Beispiel bei einer Patchwork-Familie der Fall sein
  • Freibetrag zum Ausgleich von Körper- oder Gesundheitsschadens

Mehr Informationen zum Thema Freibetragserhöhung finden Sie hier: P-Konto: Freibetrag berechnen

Was genau ist pfändbar?

Als pfändbar gelten nur Dinge, die bereits vollständig bezahlt wurden. Dinge, die zum täglichen Leben oder zur Ausübung des Berufs benötigt werden, sind nicht pfändbar. Des Weiteren kann nichts gepfändet werden, was nachweislich einer anderen Person, die im betroffenen Haushalt lebt, gehört. Eine Pfändung der Eheringe ist ebenfalls nicht rechtens.  Rechtlich möglich ist eine Austauschpfändung. Beispielsweise kann ein teurer Fernseher gegen ein weniger wertvolles Ersatzgerät ausgetauscht werden. Informationen wie sich das Ganze bei PKWs verhält, finden Sie hier: P-Konto Pfändung PKW

Wann endet eine Kontopfändung?

Ist nicht genügend Guthaben auf dem Konto des betroffenen Verbrauchers vorhanden, um die offenen Schulden auf einmal begleichen zu können, wird das Konto dauerhaft gepfändet. Dauer der Pfändung ist hierbei abhängig davon, wie viel Guthaben monatlich auf das Konto des Schuldners eingeht. Die Art der Geldeingänge ist hierbei nicht relevant. So können beispielsweise auch Kindergeld und Sozialleistungen, die auf das Schuldnerkonto eingezahlt werden, eingezogen werden, wenn dafür keine Erhöhung des Freibetrags vorgenommen wurde.

Falls der Schuldner die Verbindlichkeiten bereits über ein zweites Bankkonto begleichen konnte, wird bei Vorlage einer entsprechenden Bestätigung, die Kontopfändung aufgehoben. In Sonderfällen wird eine Pfändung, die beispielsweise ungerechtfertigt ist, durch die Vollstreckungsbehörde oder einem Richter für ungültig erklärt.

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