• Negativzinsen: Geld verlieren durch Sparen?

    Zinsen bezahlen statt Zinsen für Gespartes bekommen? Sie glauben das ist ein schlechter Scherz? Leider nein – denn immer häufiger hört man von den Schlagworten „Negativzins“, „Strafzins“ oder „Minuszins“. Anleger müssen zukünftig tatsächlich fürchten, dass sie draufzahlen müssen, wenn sie Geld auf ihrem Konto anhäufen.

    Doch was sind negative Zinsen eigentlich und warum werden Sie erhoben? Wir erklären Ihnen die Hintergründe zum Negativzins und geben Tipps, wie Sie sich vor dem Strafzins schützen können.
     

    Was sind Negativzinsen?

    Negativzinsen beschreiben das Gegenteil von den Positivzinsen, also den normalen Zinsen, wie Sie sie von Ihrem Konto bei Ihrer Bank normalerweise gewohnt sind. Statt z. B. festgelegte Zinsen in Höhe von 2 % auf das angesparte Guthaben auf einem Konto zu erhalten, müssen Sie Zinsen dafür bezahlen, dass Sie das Geld nicht ausgeben, sondern auf Ihrem Konto lassen.

     

    Wieso gibt es Negativzinsen?

    Den Ursprung haben Strafzinsen im nahezu stetigen Abwärtstrend des Zinssatzes der Einlagenfazilität, der von der EZB (Europäische Zentralbank) festgelegt wird. Der Einlagenzins dient der EZB als Steuerungsinstrument. Hohe Zinsen sollen einen Anreiz schaffen, dass Banken ihre Gelder bei der EZB hinterlegen. Im Gegensatz dazu, sollen niedrige Zinsen dazu führen, dass Banken das Geld z. B. durch Kredite an Privat- und Geschäftskunden auszugeben und nicht bei der EZB bunkern.

    Seit der Wirtschaftskrise 2007 wendet die EZB eine Niedrigzinspolitik an. Der Zins wurde seitdem kontinuierlich angepasst und befindet sich schon seit längerer Zeit auf einem historischen Tief.

    Seit Juni 2014 ist der Einlagenzins negativ. Derzeit beträgt er -0,4 % (Stand Juli 2017). Das bedeutet, dass Banken keine Zinserträge erhalten, wenn Sie Einlagen bei der EZB tätigen. Sie zahlen einen Strafzins für diese Leistung.
     

    Verlangen Banken bereits Negativzinsen von ihren Bankkunden?

    Einige Banken bitten ihre Kunden bereits zur Kasse. Die Erhebung des Strafzinses ist meistens an eine bestimmte Höhe der Geldeinlage auf einem Tages-, Giro- oder Sparkonto geknüpft. Wenn Sie weniger als 100.000 Euro auf Ihrem Konto besitzen, müssen Sie den Negativzins in der Regel nicht fürchten. Aber trotzdem sollten sich Kleinanleger über die aktuellen Konditionen genau informieren, denn manche Banken erheben schon ab 10.000 Euro Sparwert Minuszinsen – in seltenen Fällen sogar ab dem ersten Euro.

    Die Höhe des veranschlagten Negativzinses der Banken liegt derzeit zwischen 0,01 % und 0,5 %. Wenn Sie z. B. 100.000 Euro auf Ihrem Konto besitzen, würde sich der Wert bei einem Negativzins von 0,3 % am Ende des Jahres auf 97.000 Euro reduzieren – und dieser Betrag beinhaltet noch keine eventuell anfallenden Kontoführungsgebühren!

    Oft werden die negativen Zinsen jedoch von den Banken nicht so offensichtlich an ihre Kunden kommuniziert. Statt einem bestimmten festgelegten Minuszins, werden so bspw. Kontoführungsgebühren oder sonstige Beiträge eingeführt. Auf diese Weise versuchen die Banken den Strafzins für ihre Einlage zu kompensieren, den sie an die EZB entrichten müssen.
     

    Was kann man gegen Negativzinsen unternehmen?

    Falls Ihre Bank Negativzinsen einführen sollte, haben wir ein paar Tipps für Sie, wie Sie den Zinsen aus dem Weg gehen:

    • Bank wechseln: Prüfen Sie die Konditionen anderer Banken und wechseln Sie Ihr Konto. Momentan ist keine Bank in der Lage hohe Positivzinsen an ihre Kunden auszuschütten, aber nur wenige erheben bisher Negativzinsen.
       
    • Bargeld bunkern: Wenn Sie Ihr Geld nicht in Aktien oder sonstige Anlagen investieren wollen, könnten Sie die Möglichkeit in Betracht ziehen, das Geld von Ihrem Konto abzuheben und an einem sicheren Ort zu verwahren. So minimiert sich Ihr Guthaben und es fallen weniger Negativzinsen an.
       
    • Staatsanleihen kaufen: Staatsanleihen sind eine weitere Möglichkeit, um Geld vom Konto verschwinden zu lassen. Diese können relativ schnell verkauft und somit wieder zu Geld umgewandelt werden. Staatsanleihen schwanken jedoch im Wert. Der Zeitpunkt des Verkaufs sollte also günstig gewählt werden.



    Müssen wir uns an Negativzinsen gewöhnen?

    Derzeit verlangen nur wenige Banken Negativzinsen von ihren Kunden. Verbraucherschützer setzen sich vehement gegen die Zinsen ein – mit Erfolg. Vor kurzem führte eine Abmahnung der Verbraucherzentrale dazu, dass die Volksbank Reutlingen den Negativzins aktuell ad acta legte. Sie erhob Minuszinsen bereits ab dem 1. Euro auf einem Girokonto.

    Es bleibt abzuwarten, wie sich der Trend weiter entwickeln wird. Wann eine Anpassung des Leitzinses durch die EZB in den positiven Bereich erfolgen wird, steht momentan in den Sternen.

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