• Geld falsch überwiesen – was tun?

    Schnell den Empfänger und die IBAN eintippen, Betrag angeben und fertig ist die Überweisung. Doch was passiert, wenn sich unbemerkt ein Schreibfehler eingeschlichen hat? Das Geld landet aus Versehen bei jemand anderem auf dem Konto. Doch was ist jetzt zu tun?

    Wir erklären Ihnen, was Sie im Falle einer falschen Überweisung tun können.
     

    Wer trägt die Verantwortung bei einer falschen Überweisung?

    Hierbei nehmen Banken und Kreditinstitute keine Schuld auf sich. Die EU-Richtlinie für Zahlungsdienste sieht vor, dass Banken die IBAN nicht mehr mit dem Empfängernamen abgleichen müssen. Der Grundsatz, dass Überweisungen im Inland sowie grenzüberschreitende Überweisungen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gleich behandelt werden, wird somit erfüllt. Diese Regelung gilt für alle Überweisungen und Einzahlungen.

    Somit ist der Verbraucher selbst in der Pflicht, die Verantwortung für seinen Zahlungsverkehr zu übernehmen.
     

    Welche Überweisungsfehler kommen häufig vor?

    Nur ein kleiner Zahlendreher – doch dieser kann großen Ärger mit sich bringen. Die häufigsten Fehler bei Überweisungen entstehen bei der Verwendung von Sonderzeichen, wie beispielsweise = : ! ( ) /. Ein fehlendes Komma in dem Überweisungsbetrag bringt die komplette Transaktion durcheinander. Es werden dann nicht wie geplant beispielsweise 5,50 Euro überwiesen, sondern aus Versehen das Hundertfache, nämlich 550,00 Euro.
     

    Was tun bei einer falschen Überweisung?

    Sobald Sie die fehlerhafte Transaktion bemerken, ist der erste Schritt die Kontaktaufnahme mit Ihrer Hausbank. Denn laut § 675y Abs. 3 BGB, sind Banken grundsätzlich gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Kunden bei der Wiederbeschaffung des Geldes zu helfen. Zwar kann die Bank bei einem Überweisungsfehler, bei einer Falscheingabe der Empfängerdaten, nicht haftbar gemacht werden. Sie sind aber in der Pflicht ihren Kunden „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ zu helfen, den Betrag zurückzuerlangen.
     

    Dürfen Banken Gebühren für einen Nachforschungsauftrag erheben?

    Für Nachforschungsaufträge, mit denen Kunden nach fehlgeleitetem oder fehlüberwiesenem Geld suchen lassen können, dürfen keine Gebühren erhoben werden. Zu diesem Urteil kam das Landgericht Frankfurt (Az. 2/2 0 16/99).

    Nach Meinung der Richter könnte eine Gebühr für derartige Nachforschungsaufträge den Kunden davon abhalten, einen solchen Auftrag zu erteilen. Da die Suche nach seinem Geld aber sein gutes Recht ist, darf ihn nichts von der Wahrnehmung dieses Rechtes abhalten.
     

    Welche Optionen gibt es bei einer fehlerhaften Überweisung?

    Je nach Bearbeitungsstand der Überweisung, wird wie folgt vorgegangen:

    • Noch nicht bearbeitete Überweisungen: Überweisungen, die erst vor Kurzem getätigt wurden und sich noch im System der Bank befinden, können sofort von dem Finanzinstitut storniert werden und ein größeres Chaos wird vermieden.
       
    • Bereits durchgeführte Überweisung: In dem Fall ist die Rückbuchung leider etwas komplizierter. Der Kunde muss zu seiner Hausbank gehen und entweder einen Antrag auf Rücküberweisung oder einen Nachforschungsauftrag stellen. Die Hausbank führt dann den entsprechenden Auftrag für den Kunden kostenfrei aus. Nun wird der Empfänger von seiner Bank über die Anforderung auf Rücküberweisung unterrichtet. Falls der unrechtmäßige Zahlungsempfänger einer Rücküberweisung nicht zustimmt, bleibt dem Kunden nur noch der Rechtsweg. Denn die Bank des falschen Empfängers darf die Rückbuchung des Überweisungsbetrags niemals ohne dessen Zustimmung veranlassen.
       
    • Gericht als letzte Option: Falls sich der Empfänger quer stellt und nicht bereit ist das Geld an Sie zurückzuüberweisen, kann ein Anwalt mit dem Fall beauftragt werden. Ist der falsche Zahlungsempfänger auch dann nicht bereit zu kooperieren, muss die Sache im schlimmsten Fall vor dem Gericht verhandelt werden. 


    Die gute Nachricht: Das Recht ist auf Ihrer Seite, denn der Empfänger darf das Geld nicht behalten! Stichwort: „ungerechtfertigte Bereicherung“ (§ 812 BGB)
     

    Wie hilft PayCenter ihren Kunden im Falle einer falschen Überweisung?

    Wenn Sie eine falsche Überweisung bemerken, wenden Sie sich bitte unverzüglich an unsere kompetenten Direkthelfer - sie helfen Ihnen gerne weiter! Für diesen Service werden von PayCenter keine Gebühren erhoben!

    Sobald Sie eine fehlerhafte Überweisung gemeldet haben, prüft unser Support-Team, ob sich die Überweisung noch in unserem System befindet. In dem Fall, kann sie von PayCenter sofort manuell gestoppt werden.

    Falls die Überweisung jedoch schon angestoßen oder bereits komplett durchgeführt wurde, führt PayCenter einen sogenannten Überweisungsrückruf bzw. einen Nachforschungsauftrag kostenfrei aus.
     

    Wie können Überweisungsfehler verhindert werden?

    Jetzt stellt sich natürlich noch die Frage, wie ein Überweisungsfehler vermieden werden kann. Die Antwort klingt simpel: Durch genaues Überprüfen!

    Nur durch einen exakten Abgleich der Überweisungsdaten, sind Sie vor einer falschen Überweisung geschützt. Kontrollieren Sie die eingegebenen Daten eines jeden Geldtransfers deshalb ganz penibel - auch dann, wenn es sich um kleinere Beträge handelt. Auf diese Weise lassen sich viel Ärger und ggf. Kosten vermeiden!
     

    Tipp: Speichern Sie die Empfängerdaten ab! Bei einer erneuten Überweisung können die Daten des Empfängers mit einem Klick ausgewählt und automatisch in die Überweisungsvorlage eingetragen werden. Überprüfen Sie aber auch hier, ob der richtige Empfänger korrekt übernommen wurde. Dieser Service ist beim Online-Banking oft möglich. So kann Ihnen bei der nächsten Transaktion kein Fehler mehr unterlaufen.

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